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Wallfahrtskapelle Mariahilf in Schüsserlbrunn

Legende:

Die Legende erzählt: Auf den Hängen des Hochlantsch liegen saftige Almweiden, die seit Jahrhunderten mit Weidevieh beschickt werden. Einst geschah es, dass ein Rind über den Felshang stürzte und einige Tage unauffindbar blieb.Nachdem der Halter den Verlust des Tieres gemeldet hatte, stieg man auf der Suche nach dem Tier in die Wand hinunter. Auf einer vorspringenden Felsplatte, dem Ort, an dem sich heute die Kapelle befindet, fand man das Tier völlig unversehrt. Das Staunen und Bewundern wurde noch größer, als den erfreuten Suchern ein Madonnenbild entgegenlachte.

Es wäre möglich, dass um 1338 zur Zeit der Heuschreckenplage, als die Wallfahrten ihren Ursprung nahmen, ein frommer Pilger das Marienbild hierher gebracht hatte. Damals hatte eine ungarische Gräfin, die ein blindgeborenes Knäblein umhegte, einen seltsamen Traum. Sie wurde darin aufgefordert, über die Teichalm zu gehen und sich mit dem Kinde über die schroffe Felswand des Hochlantsch hinabzulassen. Dort werde sie ein Marienbild finden und ein Heilwasser in steinernen Grübchen. Mit diesem soll sie des Kindes Augen benetzen. Unter unsäglichen Mühen erreichte die Gräfin die bezeichnete Stelle, wo sie dem Auftrage des Traumgesichts entsprach. Von der Stunde an war das Knäblein sehend und die dankbare Gräfin ließ vor dem Wunderbründl eine Kapelle errichten.

Hintergrundinformation aus volkskundlicher Sicht:

Unter den steirischen Quellheiligtümern nimmt die in 1.363 m Seehöhe am Hochlantsch gelegene Schüsserlbrunn eine Vorrangstellung ein. Legenden und Sagen ranken sich um diese Gnadenstätte in der nordwestlichen Felswand des Hochlantsch. Die Entstehungszeit wird nur vage angedeutet. Aus der Pfarrchronik geht aber hervor, dass die Stelle bereits um die Mtte des 18. Jahrhunderts eine Stätte der Andacht war. Am Nordabfall des Hochlantsch tropft klares Wasser aus einer Spalte des Felsens in ein (nach der 1938 Lokalforscherin verstorbenen Margarethe Elmer) "einst" von Menschenhand ausgemeißeltes Schüsselchen. Dadurch entstand im Volksmund der Name "Schüsserlbrunn".

Da die erste, nach der Legende von einer ungarischen Gräfin erbaute Kapelle wegen des Andranges von Wallfahrern zu klein geworden war, erbaute man eine neue, etwas größere und daneben ein kleines Gasthaus. Diese neue Kapelle wurde 1888 eingeweiht . Von 1918 bis 1924 kam Schüsserlbrunn durch allzu geschäftstüchtige Pächter der Gastwirtschaft vorübergehend in Verruf. Dann aber zog wieder der Friede in das Bergheiligtum ein, den erst ein unerwartetes Naturereignis zu stören vermochte. Im April 1951 sauste ein Feslsturz aus großer Höhe auf die Kapelle nieder und richtete große Verwüstungen an. Sie wurde schließlich 10 Meter auf ein in Fels verankertes Betonfundament verschoben und das Gasthaus wurde geschleift und das Kirchlein 1974 wiedereröffnet.

Wegbeschreibung:

Die Wallfahrtskapelle Mariahilf in Schüsserlbrunn erreicht man von der Teichalm aus nach einer etwa 1 1/2 stündigen Wanderung auf einem Forstweg zum Wirtshaus "Steirischer Jockl". Von dort führen 198 Stufen einer Holztreppe zum Bründl, das hinter der Kapelle in einer Felsspalte einer fast senkrechten Steilwand liegt. Gutes Schuhwerk ist unabdingbar.

Für geübte Bergwanderer mit entsprechender Ausrüstung ist der mit 740 markierte Weg über den 1722 m hohen Hochlantsch und anschließendem Abstieg zum "Steirischen Jockel" ebenfalls eine reizvolle Variante (Gehzeit zur Quelle etwa 4 Stunden).

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